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Indien

Dr.-Ambedkar-Schule, Vijayawada
Die Bildungseinrichtung am Stadtrand der südindischen Millionenmetropole Vijayawada ist kurz nach der Jahrtausendwende als Privatprojekt einer Gruppe sozial engagierter Geschäftsleute (die z.T. in der ehemaligen DDR studiert haben) aus der Stadt gegründet worden. Sie versteht sich als Angebot an Kinder armer Familien, die sonst kaum die Möglichkeit dazu hätten, das inzwischen auch in Indien  gesetzlich verbriefte Grundrecht auf Bildung wahrzunehmen – und auf dieser Grundlage später einmal dem stetigen Kreislauf aus Unterdrückung und Benachteiligung zu entkommen. Das gilt insbesondere für Angehörige der Dalits, also jener sozialen Gruppe, die am untersten Ende der Hierarchie im hinduistischen Kastensystem steht und traditionsgemäß teilweise bis heute als unberührbar gilt. Insgesamt werden in der nach Dr. Bhimrao Ramji Ambedkar („Vater“ der indischen Verfassung und Vorkämpfer für Dalit-Rechte) benannten Einrichtung ohne jeden staatlichen Zuschuss etwa 250 Mädchen und Jungen unterrichtet. 2013 haben erstmals Schülerinnen und Schüler die 10. Klasse vollendet.

Die GSE hat – vor allem in Verbindung mit Begegnungsreisen – über die Jahre hinweg immer wieder Unterstützung geleistet. Beim Besuch im Oktober 2014 wurden drei (über die State Bank of India finanzierte) neue Klassenräume gemalert und 400 Euro an Spenden überbracht, die für die sanitären Anlagen Verwendung finden, für die die bewilligte Summe des Sponsors nicht ausgereicht hatte. Zugleich gab es aus der Reisegruppe eine private Spende, mit der Licht- und Ventilatorinstallation in den neuen Klassenräumen ermöglicht wurde.

Textile Colony, Sircilla
Am Rande der ländlichen Kleinstadt Sircilla (etwa 150.000 Einwohner) im Distrikt Karimnagar des jüngsten Bundesstaates Telangana, rund vier Fahrtstunden und 200 km nördlich der Regionalhauptstadt Hyderabad, liegt dieser neue Komplex aus Textilwerkstätten und angeschlossener Siedlung. Sircilla ist seit den 1970er Jahren als Stadt der Webstühle indienweit bekannt, neben unzähligen Webereien gibt es auch noch etliche Färbereien. Die gesamte Branche garantiert – seit mehreren Krisen mehr schlecht als recht – mehr als 15.000 Familien ein Einkommen.

Die neue Siedlung liegt etwa 5 km vom eigentlichen Stadtgebiet entfernt. Dies bedeutet weite Wege (und entsprechende Kosten, wenn sie nicht zu Fuß zurückgelegt werden), sei es für Schulkinder oder auch bei medizinischen Notfällen. Seit 2011 gibt es mit lokalen Partnern grundsätzliche Pläne für ein Kinderbetreuungszentrum und eine Krankenstation, beide Projektideen konnten bisher wegen der Dimension der Finanzierung noch nicht in Angriff genommen werden.

Die GSE hat allerdings ein noch weitaus dringenderes Problem entschärft: Insgesamt drei Trinkwasserbrunnen wurden über deutsche Spenden an verschiedenen Stellen im Siedlungsgebiet neu gebohrt. Zuvor gab es für etwa 2000 Bewohner nur eine einzige Wasserstelle. Beim Besuch 2014 stellte sich heraus, dass einer der Brunnen derzeit nicht in Betrieb ist, weil der Motor der Pumpe repariert werden muss (etwa 450 Euro). Zusätzlich ist mittelfristig mindestens ein weiterer Brunnen (etwa 1200 Euro) geplant, da auch der im Auftrag der Stadtverwaltung im Bau befindliche große Wasserspeicher bestenfalls die Hälfte bis zwei Drittel des Gesamtbedarfs wird decken können.

 

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